Sonntag, 11. September 2016

Basislager Rakaposhi Tarafari 2

Basislager Rakaposhi Tarafari, den 08. 09.2016, 20:40 Uhr 

Wir liegen schon wieder im Zelt und uns graust ein wenig vor der kalten Nacht. Letzte Nacht hatten wir viel gefroren und wenig geschlafen. Wir hatten wohl doch die falschen Schlafsäcke gekauft. Außerdem ist der Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht extrem. 

Heute morgen wollten Kristina, Ulrike und der Bergführer über den Gletscher zum Basislager des Diran wandern. Ich habe gleich gesagt, dass ich mir diese Wanderung über den Gletscher nicht zutraue. Ich wollte aber bis zum Rand des Gletschers mitwandern und dann mit dem Guide umkehren. 
Unser Koch hatte uns auch allen wieder schöne Lunch-Pakete gemacht. Wir mussten zuerst über eine kleine Anhöhe und dann ging es über Geröll steil nach unten. Der Weg war unbequem und bald konnten wir unter den Geröllmassen das erste Eis entdecken. Mir ging es heute nicht gut, jeder Schritt fiel mir schwer, ich hatte einfach keine Kraft mehr. Vielleicht hatte auch der gestrige Aufstieg meine ganze Energie verbraucht. Aber ich wollte unbedingt am Rande des Gletschers sitzen und einen Schluck Eiswasser kosten. Also sind wir bis Eisrand hinunter gestiegen, haben uns auf einen Stein gesetzt und haben die 3 anderen lange beobachtet, wie sie sich über das Eisfeld vorwärts bewegten. 

Wir haben die Schönheit und die unterschiedlichen Ausformungen des Gletschers angeschaut und die beeindruckende Umgebung genossen. Manchmal grummelte und polterte es unter uns. Es klingt gefährlich, denn das Eis schmilzt langsam, es brechen Risse auf und Eis und Steine poltern in die Tiefe.
Der Rückweg war beschwerlich für mich, Schritt für Schritt habe ich es geschafft. 3 Stunden war wir unterwegs. Nach einem heißen Tee und dem Verzehr des Lunch-Paketes ging es mir wieder ein bisschen besser. 
Wir haben lange in der Sonne gesessen und mehrere Lawinenabgänge am Rakaposhi beobachtet. Es ist ein gewaltiges Schauspiel und macht viel Lärm. Der Rakaposhi ist so nah, dass wir die Dicke der Schneefelder mit bloßem Auge erkennen können. Die bizarre Schönheit der weißen Gipfel und der strahlend blaue Himmel bilden eine unvergessliche Kulisse. 

Heute ist hier an den Felsen eine Ziege abgestürzt. Sie wurde gleich an Ort und Stelle geschlachtet.
Morgen früh wollen wir wieder hinunter auf 2000 m absteigen. Ich muss noch mal an dieser steilen Abbruchkante vorbei und das steile Bergabsteigen geht ganz sehr auf die Knie.
Ich freue mich auf eine warme Dusche im Hotel.
Ich genieße den Blick auf den Gletscher

unmittelbar vor dem Gletscher

Abstieg zum Gletscher

Basislager Rakaposhi Tarafari

Basislager Rakaposhi Tarafari, den 07. 09.2016, 18:00 Uhr 

Es ist der blanke Wahnsinn, was wir hier erleben, mitmachen und sehen. Ich bin froh und glücklich, dass wir trotz fortgeschrittenen Alters für diese Wandertour entschlossen haben.
 
Heute morgen sind wir 07:20 Uhr mit dem Rucksack (ca. 4 kg) gestartet. Unser restliches Gepäck, die Zelte, Lebensmittel, Kochausrüstung, Stühle und Tische wurden von 6 Eseln geschleppt, insgesamt 290 kg. 
Es war glücklicherweise noch recht kühl heute früh, denn der Aufstieg war von Anfang an steil und anstrengend, überwiegend auf steinigem Untergrund. Die ersten Höhenmeter haben wir noch ganz gut bewältigt und bald schien die Sonne unbarmherzig auf uns herab. Immer wieder blieben wir stehen, um die grandiose Aussicht auf die Berge und den Gletscher zu genießen. Mittagspause haben wir auf einer Höhe von ca. 2900 m gemacht, d.h. wir hatten schon 900 Höhenmeter hinter uns. 
Das Hotel hatte jedem ein gutes Lunchpaket mitgegeben. Nach dem Mittagessen ging es sehr steil in die Höhe und uns fiel jeder Schritt zunehmend schwerer. Aber es viel uns schon leichter als der Aufstieg zur Märchenwiese. Für Kristina und Ulrike war es leichter, da sie beide schon mehrere höhere Berge bestiegen hatten, z.B. den Kilimandscharo. 

Am Grat oben angekommen überwältigt uns der wahnsinnige Ausblick auf die schneebedeckten Gipfel unmittelbar vor uns (Dirwan und Rakaposhi) sowie den gewaltigen Gletscher unter uns. Man kann sich nicht satt sehen an dieser Schönheit und wir haben eine zeit lang gerastet und den Ausblick genossen. Wir waren jetzt 3447 m hoch. 

Um meine Leistung richtig zu würdigen, muss ich erwähnen, dass die kleine pakistanische Gruppe, die auch hier ist, auf der Hälfte der Strecke übernachtet hat, weil ihnen der Weg hier hoch in einer Etappe zu anstrengend war. Wir legen übrigens jetzt schon im Zelt (20:23 Uhr) und schreiben beim Licht der Stirnlampe. Es ist stockdunkel draußen und bitter kalt. Nur die Sterne funkeln über uns.
Unser Bergführer sagte, es sind nur noch 20 Minuten bis zum Basislager. Er vergaß nur zu sagen, dass es ein schmaler, enger Pfad wird und tief unter uns die Abgründe des Gletschers gähnten. Er musste mich 2 mal an die Hand nehmen, sonst hätte ich es wahrscheinlich nicht geschafft. 
Die Wiese, wo unsere Zelte jetzt stehen, ist sehr romantisch. Vor uns der schneebedeckte Rakaposhi, auf der einen Seite hohe Bergwände, auf der anderen Seite eine kleine Erhöhung, von der aus man auf den gewaltigen Gletscher schauen kann. Dort haben wir auch heute Nachmittag gesessen und die Sicht genossen. 

An unserem Zelt kuschelt ein Huhn, es fühlt sich einsam, denn das zweite hat der Koch vorhin kurzerhand geschlachtet und uns zum Abendbrot serviert.
Das Essen war auch für diese harten Bedingungen vorzügliche, es gab Vorsuppe, einen Gemüseteller, gebackene Kartoffelspalten, Reis, gekochtes Gemüse und Hühnchen süß - sauer. Zum Nachtisch gab es Tee und Honigmelone. 

Waschen fällt hier natürlich aus, da reichen 2 feuchte Reinigungstücher. Die Zähne haben wir auf der Wiese mit ein wenig kaltem Trinkwasser geputzt. Es gibt auch eine  Toilette!!! 

Morgen wollen wir ein Stück an dem Gletscher entlang wandern.

Das letzte Stück am Gletscher entlang

Unser Koch bereitet das Abendesse vor

Blick auf unseren baldigen Zeltplatz





Unser Zeltlager

am Grat oben angekommen

Die steilen Ufer des Hunza Flusses

unser Gepäck läuft vor uns

Unser Guide
Unser Gepäck kommt an

Wir genießen die Landschaft

Mittagsrast

Dort hoch auf den Grat wollen wir noch

Hier leben noch beide mitgebrachte Hühner, da das Kochzelt noch nicht steht

Wir genießen die letzte Sonne mit dem Blick auf die Berge