Samstag, 5. September 2015

Mit Höllentrip ins Paradies

Neuenburg, 05.09.2015

Gestern sind wir von Frankreich wieder nach Deutschland gefahren und stehen seitdem auf dem Campingplatz "Dreiländecamping und Freizeitpark". Hier gibt es ein schönes, überdachtes Schwimmbad, eine Minigolfanlage, Streichelzoo für Kinder, großes Restaurant und ein Kiosk.

Wir wollten gestern gleich mal Wäsche waschen, hatten zwei Jetons für je 3,50 € erworben, aber nichts funktionierte. Die Wäsche war klatschnass, nichts gewaschen und die Tür ließ sich nicht öffnen. Zwei mal mussten wir den Monteur rufen, aber: Ende gut, Wäsche gut.

Heute früh sind wir nach Neuenburg gewandert, waren beim Campingausrüstungshändler Fritz Berger und haben beim Italiener Eis gegessen. Neuenburg ist ein kleines Städtchen, wo vieles französisch beschriftet ist. Hierher kommen viele Franzosen zum Einkaufen und in die Restaurants. 

Gegen 14:00 Uhr waren wir wieder zu Hause und wollten eigentlich gemütlich lesen und kochen. Aber dann fand ich auf der Karte den Tipp für ein ganz besonderes Ausflugsziel für alle Pflanzen- und Gartenliebhaber: das Landhaus Ettenbühl. Dort gibt es unter anderem eine Parkanlage im englischen Stil und 16 Themengärten. Also saßen wir um 3 Uhr komplett ausgerüstet auf unseren Rädern. 11 km sind ja ein Katzensprung. Berndt hatte auch noch eine schöne Strecke außerhalb der großen Straßen herausgesucht. Am Anfang radelte es sich ja noch ganz gemütlich.
Aber dann ging es in einer Art Hohlweg leicht bergan und der Weg wurde immer steiler. Irgendwann hatte ich nur noch Pudding in den Beinen und habe mein Radel geschoben. Immer wieder mal habe ich versucht, mit trampeln ein Stück weiter zu kommen. Bei der ganzen Quälerei hatte ich trotzdem einen Blick für die imposante Landschaft: rechts die Vogesen, links der Schwarzwald. Na ja, irgendwann nach einer Stunde und 10 Minuten hatten wir unser Ziel erreicht. Es hat sich gelohnt.

Die Rückfahrt war ein Vergnügen, da wir einen anderen Weg gewählt haben. Bis Bad Bellingen ging es dann nur begab. Dann haben wir den Rhein-Radweg gesucht und gefunden. Er fuhr sich sehr schön, links von uns der Rhein, dahinter Frankreich und so waren wir nach 14 km schnell wieder auf unserem Campingplatz. 
Ein schöner Ausflug.

Freitag, 4. September 2015

Vom Rathausschatz zum Kreuzweg

Ribeauvillé, 03.09.2015

Seit ca. 10 Uhr stehen wir auf einem Stellplatz, zentrumsnah, neben Franzosen, Belgiern und Schweden. 10 Stunden kosten hier 3 €.

Heute früh haben wir erst einmal ordentlich im Leclerc eingekauft, z. B. Rondelé und für 1,07 €/l getankt. Gegen 11 Uhr sind wir zu unserem Stadtrundgang aufgebrochen. Wir hatten einen Plan und alle Sehenswürdigkeiten waren mit Nummern versehen und beschrieben.


Wir haben viele interessante Ecken und geschichtsträchtige Häuser entdeckt. In der katholischen Kirche erlebten wir ein paar besinnliche Minuten bei einem wunderschönen Orgelspiel.
Kurz nach 12 Uhr fing es an zu nieseln und wir unterbrachen unseren Stadtrundgang mit dem Mittagessen im "Hotel au Lion". Ratet mal, was es zum Essen gab. 
Richtig! Flammkuchen! Für mich mit Chevre, Schinken und Honig und für Berndt mit Sauerkraut und Würstchen. Absolut lecker und sehr zu empfehlen. Dazu gab es natürlich wieder ein Glas Riesling.
Denn ging es weiter auf unserem Stadtrundgang. In der Stadt laufen gerade die Vorbereitungen zu einem grossen Fest am Sonntag. Seit 625 Jahren ziehen an diesem Tag Musikanten durch die Stadt. Die Bruderschaft der Pfiffer (fahrende Musikanten), die seit 1390 Erwähnung findet, stand unter dem Schutz der Herrn von Ribeaupierre. Traditionsgemäß zahlen sie nur eine Gebühr und konnten dafür kostenlos in der Stadt essen, trinken und übernachten.

14 Uhr fanden wir uns im Rathaus zu einer Führung ein. Es war nur Berndt, ich und zwei französische Frauen da. Ein älterer Herr zeigte uns voller Stolz die wertvollen Stücke, die das Rathaus beherbergte, unter anderem Geschirr aus feuervergoldetem Silber, dass einst den Herren von Ribeaupierre gehörte. Das Geschirr ist so wertvoll, dass die Versicherung vom Louvre in Paris übernommen wurde. Es gibt uralte wertvolle Schränke, Lyster und der Ehrensaal ist mit einem wertvollen roten Stoff ausgekleidet.
Nach einer Stunde haben wir unseren Stadtrundgang bis 16 Uhr fortgesetzt. Das Langsamlaufen und ständig Gucken war so anstrengend, dass ich erst einmal in einen kurzen, komaähnlichen Schlaf fiel.
Halb sechs waren wir schon wieder in Wandersachen auf dem Weg zur Wallfahrsstätte Notre-Dame De Dusenbach, einem Kloster und Marienverehrungsstätte.

Ein Egenolf von Ribeaupierre hat bei der Rückkehr vom Kreuzzug (13. Jh.) aus dem Orient eine Madonnenstatue mitgebracht und ließ eine Kapelle errichten. Heute leben Kapuzinermönche hier. Wir stiegen einen recht steilen und steinigen Pfad hinauf, links ging es steil nach unten und wir genossen immer wieder die Ausblicke in das Tal. Von der Kapelle und der Kirche waren wir sehr beeindruckt, auch von der wunderschönen Lage, einem Ort der Stille und Besinnlichkeit. Zurück ging es über einen der schönsten Kreuzwege, an dem die Stationen der Leiden Christi dargestellt wurden. Unter an der Straße entdeckten wir noch einen schönen WOMO - Stellplatz.

Halb acht waren wir wieder bei Moni, froh, diese 7,2 km noch gelaufen zu sein.
Heute waren es 19296 Schritte.